Freelancer oder Agentur: Wer soll deine Website bauen?

Ein Freelancer oder eine Agentur: Beide Wege können zu einer guten Website führen. Hier vergleichst du Kosten, Erreichbarkeit, Ausfallrisiko, Wartung und Rechte und siehst, wann welcher Weg zu dir passt.

Jonny, Mitgründer von Ava-Design

Jonny, Mitgründer von Ava-Design · 11 Min. Lesezeit

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Kurz gesagt

Beide Wege können zu einer guten Website führen. Laut Marktübersicht von sellwerk kostet eine Website beim Freelancer einmalig 800 bis 5.000 € netto, bei einer kleinen Agentur 2.500 bis 8.000 € und bei größeren Agenturen 5.000 bis 25.000 €. Ein Freelancer passt, wenn dein Vorhaben klar umrissen und das Budget begrenzt ist. Eine Agentur passt, wenn du mehrere Fachgebiete aus einer Hand brauchst oder dein Projekt nicht an einer Person hängen soll. Rechte, Domain und Wartung gehören bei beiden in den Vertrag.

Inhalt

Worin unterscheiden sich Freelancer und Agentur?

Wichtig: Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ist keine Rechtsberatung.

Ein Freelancer ist eine Einzelperson, die Aufträge auf eigene Rechnung übernimmt. Eine Agentur ist ein Team, in dem Design, Technik und Projektleitung auf mehrere Personen verteilt sind. Gerade in Berlin gibt es viele Anbieter beider Arten. Wie du Agenturen vor Ort einordnest, liest du in unserem Ratgeber Webdesign-Agentur in Berlin finden.

Rechtlich ist der Unterschied kleiner, als viele denken. Ein individueller Webdesign-Vertrag ist in der Regel ein Werkvertrag. Der Webdesigner schuldet dir ein fertiges Werk, und du schuldest ihm die vereinbarte Vergütung (§ 631 BGB). Der Bundesgerichtshof hat einen sogenannten Internet-System-Vertrag als Werkvertrag eingeordnet und nicht als Dienstvertrag. Das gilt für Freelancer und Agentur gleichermaßen.

Im Alltag unterscheiden sich beide Wege vor allem bei Preis, Ansprechpartner, Ausfallrisiko und Spektrum. Dazu gleich mehr.

Laut § 631 BGB (Gesetze im Internet) und BGH, Urteil III ZR 79/09 (Zusammenfassung), abgerufen im Oktober 2026.

Was kosten Freelancer und Agentur?

Die verfügbaren Zahlen stammen aus Umfragen unter Freelancern und aus Marktübersichten von Anbietern. Nimm sie deshalb als Orientierung und nicht als Preisliste.

Der Freelancer-Kompass 2026 von freelancermap (Befragung von November 2025 bis Februar 2026, 5.412 Teilnehmende) nennt einen Durchschnittsstundensatz von 103 € für Freelancer insgesamt. Für Software- und Webentwicklung liegt er bei 91 €, für Design, Medien und Kreativdienste bei 89 €. Webdesign hat im Kompass keine eigene Kategorie. Für Berlin nennt die Auswertung 104 €, über alle Fachgebiete hinweg. Es sind Durchschnittswerte aus einer Befragung, und der Herausgeber betreibt selbst eine Plattform für Freelancer.

AngabeFreelancerAgentur
Stundensatz im Schnitt89 € (Design, Medien, Kreativdienste), 91 € (Software- und Webentwicklung)Nicht erhoben
Website einmalig, netto800 bis 5.000 €2.500 bis 8.000 € (kleine Agentur), 5.000 bis 25.000 € (größere Agentur)
Laufend pro Monat, netto20 bis 60 €40 bis 120 € (kleine Agentur), 50 bis 250 € (größere Agentur)

Stundensätze laut Freelancer-Kompass 2026 von freelancermap, Preise laut Marktübersicht von sellwerk (Stand August 2026). Beide Herausgeber sind selbst am Markt tätig (abgerufen im Oktober 2026).

So liest du die Tabelle: Die Spannen sind breit, weil der Umfang so verschieden ist. Aus unserer Sicht erklärt sich ein Teil des Abstands zur Agentur durch Projektleitung, Abstimmung im Team und mehr Fachgebiete. Vergleichen kannst du Preise aber nur bei gleichem Umfang: Seitenzahl, Texte, Bilder, Feedbackrunden und Betreuung nach dem Livegang.

Wichtiger als der Stundensatz ist, ob du einen Festpreis bekommst oder nach Aufwand zahlst. Was typische Projekte kosten, steht in unserem Ratgeber Was kostet eine Website 2026?. Wie sich ein Festpreis von einem Abo unterscheidet, erklärt Website zum Festpreis oder im Abo?.

Wer ist dein Ansprechpartner, und was passiert bei Ausfall?

Hier liegen die Unterschiede, die du im Projektalltag am stärksten spürst. Die Tabelle zeigt typische Tendenzen aus unserer Sicht.

ThemaFreelancerAgentur
AnsprechpartnerDu sprichst direkt mit der Person, die umsetzt.Weniger direkter Kontakt zu den Ausführenden, dafür oft eine feste Projektleitung.
ErreichbarkeitDirekt, aber abhängig davon, wie ausgelastet die Person gerade ist.Meist feste Zeiten und ein Postfach, das mehrere Personen lesen.
Ausfall und VertretungBei Krankheit oder Urlaub gibt es meist keine Vertretung, das Projekt kann stocken.Das Team kann einspringen.
SpektrumStark bei klar umrissenen Aufgaben. Texte, SEO oder Fotos buchst du je nach Person bei anderen dazu.Bei komplexen Projekten mit Design, Texten, SEO und Technik im Vorteil.

Das sind Tendenzen und keine Regeln. Ob ein Freelancer eine Vertretung organisiert hat oder dein Projekt in einer Agentur an einer einzigen Person hängt, klärst du am besten mit ein paar Fragen:

  • Wer setzt meine Website konkret um, und wer ist mein Ansprechpartner?
  • Wie schnell antwortest du normalerweise auf Nachrichten?
  • Was passiert bei Krankheit oder Urlaub mitten im Projekt?
  • Welche Teile übernimmst du selbst, und was kaufst du zu?
  • Bekomme ich Kopien von Dateien, Entwürfen und Zugängen?

Wer kümmert sich nach dem Livegang um die Website?

Mit dem Livegang ist die Arbeit nicht zu Ende. Hosting, Updates, Datensicherung und kleine Änderungen laufen weiter, bei Freelancern wie bei Agenturen. Lass dir die Leistungen deshalb schriftlich geben, bevor du beauftragst.

  • Leistungsumfang: Was ist enthalten: Hosting, Updates, Sicherung, Support, kleine Änderungen an Texten und Bildern?
  • Kosten und Laufzeit: Was zahlst du im ersten Jahr, was danach, und wie lange bist du gebunden? Wie kannst du kündigen?
  • Reaktionszeit: Wie schnell reagiert dein Anbieter, wenn die Website ausfällt oder du etwas ändern möchtest?
  • Datenschutz: Bekommt dein Dienstleister bei der Wartung Zugriff auf personenbezogene Daten, braucht ihr nach Einschätzung der IT-Recht Kanzlei einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO.

Unsere Empfehlung: Lass dir die Wartung als eigenen Punkt mit Preis und Kündigungsfrist aufschreiben. So gibt es nach dem ersten Jahr keine Überraschung.

Laut IT-Recht Kanzlei: Webdesign-Leistungen, Rechtsrisiken und Haftungsfragen (20.03.2024), Einschätzung eines Rechtsanwalts.

Wem gehören Website, Code und Domain?

Dieser Punkt ist bei Freelancern und Agenturen gleich wichtig und gehört in den Vertrag. Die Rechtslage ist für beide dieselbe.

  • Abnahme: Du musst ein vertragsgemäß hergestelltes Werk abnehmen, wegen unwesentlicher Mängel darfst du das nicht verweigern (§ 640 BGB). Setzt der Anbieter nach Fertigstellung eine angemessene Frist und nennst du keinen Mangel, gilt das Werk als abgenommen. Bist du Verbraucher, gilt das nur, wenn der Anbieter dich dabei in Textform auf diese Folge hingewiesen hat. Prüfe den Endstand deshalb genau.
  • Nutzungsrechte: Der Urheber kann dir Nutzungsrechte einräumen, auch beschränkt (§ 31 UrhG). Sind sie nicht einzeln benannt, entscheidet der gemeinsame Vertragszweck. Laut exali solltest du im Vertrag festhalten, dass du die Website später ohne neue Rechtefragen anpassen und pflegen lassen darfst.
  • Quellcode: Nach dem Oberlandesgericht Karlsruhe gehört zum geschuldeten Werk auch die Herausgabe des Quellcodes, wenn die Erstellung einer Website vereinbart ist. Aus unserer Sicht gehört die Frage ausdrücklich in den Vertrag.
  • Domain: Die Domain gehört nicht automatisch dem Dienstleister. Nach den DENIC-Domainbedingungen ist der Domaininhaber der Vertragspartner von DENIC, und ein Mitglied verwaltet die Domain für ihn. Wer die Domain auf den eigenen Namen registrieren lässt, entscheidet also, wem sie gehört.
  • Haftung: Der Webdesigner haftet laut IT-Recht Kanzlei für seine Leistungen und für Schäden, Haftungsbeschränkungen im Vertrag sind möglich. Lies deshalb bei beiden den Haftungsteil.

Unsere Empfehlung: Lass die Domain auf dich oder dein Unternehmen registrieren. Frag außerdem, was du bei einem Anbieterwechsel mitnehmen kannst: Texte, Bilder, Design und gegebenenfalls Code.

Laut §§ 631 und 640 BGB, § 31 UrhG (Gesetze im Internet), OLG Karlsruhe, Urteil 10 U 13/18 (Auszug), DENIC-Domainbedingungen, IT-Recht Kanzlei und exali (abgerufen im Oktober 2026). Die Aussagen von IT-Recht Kanzlei und exali sind Einschätzungen.

Woran erkennst du einen guten Anbieter?

Ob Freelancer oder Agentur: Gute Anbieter erkennst du an denselben Dingen. Aus unserer Sicht zählen diese Merkmale:

  • Referenzen zum Ansehen: Du kannst fertige Websites aufrufen und dir erklären lassen, was der Anbieter gemacht hat.
  • Ein schriftliches Angebot: Umfang, Preis, Feedbackrunden und Zeitplan stehen schwarz auf weiß da.
  • Ein klarer Ablauf: Du weißt, wann du den ersten Entwurf siehst und wie Änderungswünsche laufen.
  • Offene Antworten: Fragen zu Rechten, Domain und Wartung beantwortet er direkt und sagt dir, wenn dein Vorhaben nicht zu ihm passt.

Auch Bewertungen helfen, wenn du sie kritisch liest. Die Verbraucherzentrale Hamburg nennt Warnsignale für gefälschte Bewertungen: auffällig kurze oder übertrieben begeisterte Texte ohne Bezug zur Leistung, viele ähnliche Formulierungen, viele Bewertungen in kurzer Zeit und Bewertende ohne nachvollziehbare Historie. Ein einzelnes Merkmal beweist nichts. Achte aufs Gesamtbild und darauf, ob Bewertungen konkret auf ein Projekt eingehen.

Wer Verbraucherbewertungen zugänglich macht, muss nach § 5b Abs. 3 UWG angeben, ob und wie er ihre Echtheit sicherstellt. Geprüft werden müssen sie nicht. Nach Einschätzung eines Kommentars gilt die Vorschrift nur gegenüber Verbrauchern. Für dich als Auftraggeber heißt das: Lies Bewertungen selbst kritisch, die Angabe zur Echtheit kann fehlen.

Laut Verbraucherzentrale Hamburg (Stand 11.11.2025), § 5b UWG (Gesetze im Internet), cms.law und einem UWG-Kommentar (abgerufen im Oktober 2026). Mit Ausnahme des Gesetzestextes sind es Einschätzungen.

Wann passt welcher Weg zu dir?

Unsere Empfehlung: Entscheide nach deinem Vorhaben und nicht nach dem Etikett. Die folgende Übersicht fasst zusammen, wann welcher Weg naheliegt.

WegPasst, wenn du …Darauf solltest du achten
Freelancerein klar umrissenes Vorhaben hast, direkt mit einer Person arbeiten möchtest und das Budget begrenzt ist.Vertretung, Zugänge, Wartung und Rechte vorab schriftlich klären.
Größere Agenturmehrere Fachgebiete aus einer Hand brauchst, etwa Design, Texte, SEO und Technik, oder ein komplexes Projekt planst.Wer dein Ansprechpartner ist und was im Preis steckt, auch nach dem Livegang.
Ava-Design (kleine Agentur, zwei Gründer)eine Website zum Festpreis möchtest, ab 699 € netto, und einen festen Ansprechpartner: Jonny.14 Tage Geld-zurück-Garantie auf den ersten Entwurf. Upgrades wie Texte oder SEO-Onpage-Optimierung kannst du dazubuchen.

Mit dieser Checkliste gehst du gut vorbereitet in die Gespräche:

  • Umfang aufschreiben: Seiten, Texte, Bilder und Funktionen
  • Von mindestens zwei Anbietern ein schriftliches Angebot einholen
  • Klären, ob Festpreis oder Abrechnung nach Aufwand, und wie viele Feedbackrunden enthalten sind
  • Ansprechpartner und übliche Antwortzeit erfragen
  • Vertretung bei Krankheit oder Urlaub besprechen
  • Referenzen ansehen und Bewertungen kritisch lesen
  • Nutzungsrechte, Quellcode und Domain im Vertrag festhalten
  • Wartung nach dem Livegang mit Leistungen, Preis und Kündigung aufschreiben lassen
  • Entwurf und Endstand sorgfältig prüfen und Mängel schriftlich nennen

Häufige Fragen zu Freelancer und Agentur.

Was kostet ein Freelancer für Webdesign pro Stunde?

Der Freelancer-Kompass weist Webdesign nicht als eigene Kategorie aus. Der Freelancer-Kompass 2026 nennt 89 € für Design, Medien und Kreativdienste und 91 € für Software- und Webentwicklung. Bei SEO-Freelancern mit Webdesign als Zusatz liegt der Median der Angebotspreise bei 75 €. Das sind Durchschnitts- und Angebotswerte, keine Tarife. Wie viel dein Projekt kostet, hängt vom Umfang ab.

Was kostet eine Website bei einer Agentur?

Laut Marktübersicht von sellwerk kostet eine Website bei einer kleinen Agentur einmalig 2.500 bis 8.000 € netto, bei größeren Agenturen 5.000 bis 25.000 €. Dazu kommen laufende Kosten von etwa 40 bis 250 € im Monat. Frag immer nach dem Gesamtpreis für deinen Umfang und nach den Kosten ab dem zweiten Jahr.

Ist ein Freelancer günstiger als eine Agentur?

Laut den verfügbaren Marktübersichten meist ja. Laut Marktübersicht von sellwerk kostet eine Website beim Freelancer einmalig 800 bis 5.000 € netto, bei einer kleinen Agentur 2.500 bis 8.000 €. Vergleichbar sind die Preise aber nur bei gleichem Umfang, also bei gleicher Seitenzahl, gleichen Texten und gleicher Betreuung nach dem Livegang.

Was passiert, wenn mein Freelancer krank wird oder nicht mehr erreichbar ist?

Bei einem einzelnen Freelancer gibt es oft keine feste Vertretung, das Projekt kann dann stocken. Ob eine Vertretung organisiert ist, erfährst du nur durch Nachfragen. Unsere Empfehlung: Sprich das vor dem Auftrag an und sorge dafür, dass du Zugangsdaten und Dateien immer selbst in der Hand hast.

Wem gehören meine Website und meine Domain?

Das regelt der Vertrag. Nutzungsrechte nach § 31 UrhG sollten ausdrücklich benannt sein, sonst entscheidet der gemeinsame Vertragszweck. Die Domain gehört nicht automatisch dem Dienstleister: Der Domaininhaber ist Vertragspartner von DENIC. Lass die Domain deshalb auf deinen Namen oder dein Unternehmen registrieren.

Muss ich die fertige Website abnehmen?

Ja, wenn das Werk vertragsgemäß ist. Wegen unwesentlicher Mängel darfst du die Abnahme nicht verweigern (§ 640 BGB). Setzt der Anbieter dir eine angemessene Frist und nennst du keinen Mangel, gilt das Werk als abgenommen. Als Verbraucher gilt das nur, wenn du in Textform auf diese Folge hingewiesen wurdest. Prüfe den Endstand deshalb in Ruhe.

Wie finde ich einen guten freiberuflichen Webdesigner in Berlin?

In Berlin gibt es viele Freelancer. Der Freelancer-Kompass 2026 nennt für Berlin einen durchschnittlichen Stundensatz von 104 €, über alle Fachgebiete hinweg. Sieh dir Referenzen an, hol ein schriftliches Angebot ein und frag nach Vertretung, Wartung und Rechten. Agenturen vergleichst du mit unserem Ratgeber Webdesign-Agentur in Berlin finden.

Porträt von Jonny

Jonny

Mitgründer von Ava-Design

Jonny betreut bei Ava-Design die Projekte und setzt sie um, vom ersten Entwurf bis zum Livegang. Für unsere Kunden ist er der direkte Ansprechpartner.